Notfallreform 2026: Was bedeutet das neue Gesetz für Leitstellen und Videonotruf?

Der Deutsche Bundestag hat am 15. Oktober 2026 die Notfallreform beschlossen. Ziel ist eine bessere Vernetzung von Rettungsleitstellen, der Notrufnummer 112 und dem ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117. Digitalisierung, standardisierte Ersteinschätzung und Telemedizin sollen die Notfallversorgung grundlegend verbessern. Auch Live-Video im Notruf gewinnt vor diesem Hintergrund an Bedeutung.

Die medizinische Notfallversorgung in Deutschland steht vor einem grundlegenden Wandel. Mit dem Gesetz zur Reform der Notfallversorgung sollen Patienten künftig schneller die passende medizinische Hilfe erhalten, Rettungsdienste entlastet und die verfügbaren Ressourcen effizienter eingesetzt werden.

Ein zentraler Bestandteil der Notfallreform 2026 ist die Digitalisierung. Informationen sollen zwischen Leitstellen und medizinischen Einrichtungen besser ausgetauscht werden können. Digitale Technologien können dabei helfen, Notfallsituationen schneller und umfassender zu erfassen.

Notfallreform 2026: Welche Änderungen sind für Leitstellen geplant?

Mit der Reform verfolgt die Bundesregierung mehrere Ziele, die insbesondere für Rettungsleitstellen und die Notfallkommunikation relevant sind.

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

  • Vernetzung von 112 und 116117: Rettungsleitstellen und Akutleitstellen der Kassenärztlichen Vereinigungen sollen digital zu sogenannten Gesundheitsleitsystemen zusammenarbeiten.
  • Standardisierte Notrufabfrage: Einheitliche, softwaregestützte Ersteinschätzungsverfahren sollen die Bewertung medizinischer Notfälle verbessern.
  • Ausbau der Telemedizin: Die medizinische Versorgung über Telefon und Video soll gestärkt werden.
  • Digitale Fallübergabe: Bereits erfasste Informationen sollen ohne Medienbrüche zwischen den zuständigen Stellen ausgetauscht werden.
  • Förderung der Digitalisierung: Für die digitale Infrastruktur der medizinischen Notfallrettung sind über fünf Jahre insgesamt 225 Millionen Euro vorgesehen.

Der Bundestag hat die Reform am 15. Oktober 2026 beschlossen. Das weitere Gesetzgebungsverfahren und die konkrete Umsetzung stehen noch aus.

112 und 116117: Gesundheitsleitsysteme als neue Grundlage der Notfallversorgung

Eine wesentliche Neuerung ist die geplante engere Zusammenarbeit zwischen den Rettungsleitstellen der 112 und den Akutleitstellen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes unter 116117.

Bislang arbeiten die beiden Bereiche mit unterschiedlichen Zuständigkeiten und technischen Systemen. Künftig sollen Gesundheitsleitsysteme die digitale Zusammenarbeit ermöglichen.

Geht ein Hilfeersuchen bei einer nicht zuständigen Stelle ein, sollen die bereits erhobenen Informationen digital an den richtigen Ansprechpartner weitergegeben werden können.

Dabei geht es nicht ausschließlich um technische Schnittstellen. Auch die Qualität der Informationen, auf deren Grundlage eine medizinische Ersteinschätzung erfolgt, spielt eine wichtige Rolle.

Je genauer eine Notfallsituation erfasst wird, desto besser können Fachkräfte die nächsten Schritte beurteilen.

Genau hier können ergänzende digitale Kommunikationsmöglichkeiten wie Live-Video einen wichtigen Beitrag leisten.

Videonotruf: Warum die visuelle Lageeinschätzung immer wichtiger wird

In einer Rettungsleitstelle müssen Disponentinnen und Disponenten häufig innerhalb weniger Sekunden weitreichende Entscheidungen treffen.

Dabei sind sie zunächst auf die mündlichen Beschreibungen der anrufenden Person angewiesen.

Doch gerade in medizinischen Notfällen, bei Verkehrsunfällen oder komplexen Schadenslagen können Informationen fehlen oder schwer zu vermitteln sein.

Wie schwer ist eine Verletzung? Welche Gefahren bestehen vor Ort? Ist die betroffene Person ansprechbar? Werden Erste-Hilfe-Maßnahmen richtig durchgeführt?

Ein Live-Videonotruf kann die telefonische Kommunikation um eine visuelle Perspektive erweitern.

Die Leitstelle kann die Situation unmittelbar sehen, Rückfragen gezielter stellen und die Person vor Ort bei Bedarf besser anleiten.

Dabei ersetzt das Videobild weder die standardisierte Notrufabfrage noch die professionelle Einschätzung der Einsatzkräfte. Vielmehr ergänzt es die verfügbaren Informationen.

EmergencyEye®: Live-Video direkt in der Rettungsleitstelle

Mit EmergencyEye® steht Leitstellen bereits heute eine Lösung zur Verfügung, die den klassischen Sprachnotruf um visuelle Informationen erweitert.

Während eines bestehenden Telefongesprächs kann die Leitstelle eine Verbindung zum Smartphone der anrufenden Person herstellen. Dafür ist keine Installation einer App erforderlich.

Nach Zustimmung der Person vor Ort können die Mitarbeitenden der Leitstelle verschiedene Smartphone-Funktionen nutzen.

Live-Video, Standort und gezielte Anleitung

EmergencyEye® bietet unter anderem folgende Möglichkeiten:

  • Live-Video: Direkter visueller Einblick in die Notfallsituation.
  • Standortübermittlung: Unterstützung bei der präzisen Lokalisierung des Einsatzortes.
  • Chat mit Übersetzung: Zusätzliche Kommunikationsmöglichkeiten bei Sprachbarrieren.
  • Live-Annotationen: Visuelle Markierungen und Hinweise zur Unterstützung von Ersthelfenden.
  • Fotoübertragung: Hochauflösende Bilder für eine detailliertere Lageeinschätzung.
  • Experteneinbindung: Weitere Fachkräfte können bei Bedarf in die Kommunikation eingebunden werden.

Die Verbindung wird browserbasiert aufgebaut. Eine vorherige Registrierung oder App-Installation auf dem Smartphone ist nicht erforderlich.

EmergencyEye® wird bereits in Rettungsleitstellen in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingesetzt und unterstützt dort die visuelle Notfallkommunikation.

Telemedizin und Videounterstützung: Neue Möglichkeiten durch die Notfallreform

Besonders relevant ist die ausdrückliche Berücksichtigung der videounterstützten Versorgung in der Notfallreform 2026.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums soll unter der Rufnummer 116117 künftig für Akutfälle flächendeckend und rund um die Uhr eine telefonische oder videounterstützte Versorgung zur Verfügung stehen.

Das zeigt, welche Bedeutung visuelle Kommunikation in der künftigen Notfallversorgung erhalten kann.

Telemedizinische Beratung, strukturierte Ersteinschätzung und visuelle Informationen aus der Situation vor Ort können sich sinnvoll ergänzen.

Für die Umsetzung wird entscheidend sein, dass die verwendeten Technologien in bestehende Prozesse und IT-Systeme eingebunden werden können.

EmergencyEye® wurde für die unmittelbare visuelle Kommunikation entwickelt und eröffnet damit auch Perspektiven für die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren der Notfallversorgung.

Eine gesetzliche Verpflichtung zum Einsatz von Videonotruf in jeder 112-Leitstelle ergibt sich aus der Reform allerdings nicht.

EmergencyEye® NEXT: Weiterentwicklung der digitalen Notfallkommunikation

Mit der neuen Plattformgeneration NEXT entwickelt EmergencyEye® seine Möglichkeiten kontinuierlich weiter.

Der Fokus liegt auf einer hochwertigen Live-Videoverbindung und der gezielten Unterstützung von Personen am Einsatzort.

Erweiterte Annotationswerkzeuge, hochauflösende Fotos, die Einbindung weiterer Experten sowie differenzierte Rollen und Rechte schaffen zusätzliche Möglichkeiten für die professionelle Zusammenarbeit.

Gleichzeitig gewinnen Schnittstellen und die Integration in bestehende Systeme an Bedeutung.

Denn die Digitalisierung des Rettungsdienstes besteht nicht allein aus neuen Anwendungen. Entscheidend ist, dass Informationen dort verfügbar sind, wo sie für die Lageeinschätzung und Entscheidungsfindung benötigt werden.

EmergencyEye® verbindet deshalb einen möglichst einfachen Zugang für Hilfesuchende mit leistungsfähigen Funktionen für professionelle Anwender.

Fazit: Die Notfallreform 2026 stärkt die digitale Zukunft der Leitstellen

Die Notfallreform 2026 setzt wichtige Impulse für die Digitalisierung der medizinischen Notfallversorgung.

Vernetzte Gesundheitsleitsysteme, standardisierte Ersteinschätzung, digitale Fallübergaben und telemedizinische Versorgung sollen dazu beitragen, medizinische Hilfe künftig gezielter einzusetzen.

Dabei bleibt eine zentrale Herausforderung bestehen: Die richtige Entscheidung erfordert ein möglichst klares Verständnis der Situation.

Während Sprache eine Notlage beschreibt, kann Live-Video sie unmittelbar sichtbar machen.

Mit EmergencyEye® können Rettungsleitstellen bereits heute auf diese zusätzliche Informationsquelle zurückgreifen.

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Häufige Fragen zur Notfallreform 2026

Was ändert sich durch die Notfallreform 2026?

Die Reform sieht eine bessere Vernetzung von Rettungsleitstellen und dem ärztlichen Bereitschaftsdienst, standardisierte Ersteinschätzungsverfahren, neue Gesundheitsleitsysteme und den Ausbau der telemedizinischen Versorgung vor.

Wird Videonotruf durch die Notfallreform verpflichtend?

Eine allgemeine Verpflichtung zur Einführung von Videonotruf in allen 112-Leitstellen ist nicht vorgesehen. Für die Akutversorgung unter 116117 sieht die Reform jedoch ausdrücklich die Möglichkeit einer videounterstützten Versorgung vor.

Was bedeutet die Notfallreform für die Digitalisierung des Rettungsdienstes?

Die Reform soll digitale Prozesse, den Informationsaustausch zwischen Leistungserbringern und die Zusammenarbeit zwischen Leitstellen und medizinischen Einrichtungen stärken. Dafür sind Fördermittel in Höhe von insgesamt 225 Millionen Euro über fünf Jahre vorgesehen.

Wie unterstützt EmergencyEye® eine Rettungsleitstelle?

EmergencyEye® ermöglicht eine app-freie Live-Videoverbindung während eines Notrufgesprächs. Ergänzende Funktionen wie Standortübermittlung, Chat, Fotos und Annotationen unterstützen die visuelle Lageeinschätzung und die Anleitung von Personen vor Ort.

Quellen

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